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Übergaben im Großraum München   UPDATE

Beschäftigt man sich näher mit dem Güterverkehr in der drittgrößten Stadt Deutschlands, stellt man schnell ernüchtert fest, dass nicht mehr viel geblieben ist vom lokalen Güterverkehr. Schrotthändler in Lochhausen, Pasing, Freimann und Giesing, ein Gashandel in Freimann, das Tanklager Milbertshofen, ein Branntweinlager am Ostbahnhof, die Straßenbahn-Hauptwerkstatt am Bahnhof Giesing, das Müllheizkraftwerk in Oberföhring sowie die Lokomotivfabrik in Allach und das BMW-Werk in Milbertshofen. Die Dokumentation schließt auch Fahrten ins Münchner Umland ein, die teilweise noch ein wenig Romantik aufkommen lassen. Schließlich soll darauf hingewiesen werden, dass der Begriff "Übergabe" hier bewusst verwendet wird, auch wenn diese Art Züge sich heute mit vermeintlich modernen Begriffen schmücken oder einige Fahrten nur den Rang einer Sperrfahrt haben.

Die Bilder können angeklickt und dadurch vergrößert werden.

Nordöstlich nach Eching Begeben wir uns zunächst an die Strecke München - Freising, an der 2010 noch die Bahnhöfe Lohhof und Eching bedient werden. In Lohhof sorgt der Gashersteller Linde für ein bescheidenes Aufkommen, außerdem zweigt hier ein mehrere Kilometer langes Anschlussgleis zu einem Zwischenlager der Firma BMW in Garching-Hochbrück ab, dass mehrfach täglich befahren wird. In Eching befindet sich ein großes Gewerbegebiet, in dem mehrere Unternehmen Anschlussgleise haben. 2010 wird aber nur der Stahlhandel Preymesser noch auf der Schiene bedient.
Als die nun folgenden Aufnahmen gemacht wurden, gab es noch weitere Kunden, auf die in den Bildunterschriften eingegangen wird. Die Sortierung der Aufnahmen erfolgt von Süd nach Nord, also von München beginnend.
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1   Südlichstes Motiv ist die Ausfahrt des Bahnhofs München-Moosach in Richtung München-Laim, wo 2009 die 362 845 mit einer langen Wagenschlange beim Passieren der Überführung der Allacher Straße aufgenommen wurde. Vom Rangierbahnhof Nord kommend nehmen eine ganze Reihe Übergaben und Lokleerfahrten diesen Weg, um auf den Südring zu gelangen.
2   Vor dem Schornstein des Moosacher Meiller-Werks wartet am frühen Morgen des 14.02.2007 die 363 439 auf Ausfahrt. Ziel der Reise wird Höllriegelskreuth an der Strecke nach Wolfratshausen sein; für den dortigen Gleisanschluss ist der Gaskesselwagen bestimmt. Die beiden Bananenkühlwagen werden dagegen in München-Mittersendling beim Anschluss Fyffes Kühlhaus zugestellt. Mittlerweile ist der Bananentransport von den Seehäfen ins Binnenland endgültig eingestellt und die modernen Kühlwagen dienen - ihrer Aufbauten beraubt - als Containertragwagen.

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3   Ein kurzer Abstecher zur östlichen Einfahrt des Rangierbahnhofs München-Nord: Am 30.03.2010 erreicht kurz nach 15 Uhr die 294 712 den Rangierbahnhof. Woher der modellbahngerecht kurze und bunte Zug kam, ist leider nicht bekannt.
4   Der Rangierbahnhof wird über mehrere Verbindungskurven an die kreuzenden Bahnlinien angebunden. Eine davon ist die Feldmochinger Kurve, die im Bahnhof München-Feldmoching von Hauptstrecke Freising - München Hbf abzweigt. Im Februar 2000 befährt 294 208 mit leeren Autotransportwagen vom BMW-Anschluss in Eching die Kurve, die mitten durch ein Wohngebiet führt. Im Vordergrund erkennt man an Schotter und Zaun die Trassierung vor dem Bau des Rangierbahnhofs: Anstatt in westlicher Richtung mündete die Kurve in östlicher Richtung auf den sogenannten Nordring.
5   Unmittelbar an der Stadtgrenze Münchens wurde am 19.01.2000 die damals noch lange Übergabe CB 61833 aus Eching aufgenommen. Damals war auch die Bespannung mit zwei Loks der Reihe 212 planmäßig. 212 036 und 212 254 haben vor allem Container vom Anschluss einer Spedition in Eching am Zughaken - mittlerweile werden die auf der Straße transportiert.

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6   Zwischen Feldmoching und Oberschleißheim wird ein Stück unverbauter Landschaft durchfahren. Am 19.10.2001 wurde hier 290 188 aufgenommen, die Autotransportwagen aus Garching-Hochbrück und Gaskesselwagen vom Linde-Anschluss in Lohhof nach München bringt.
7   Winterliches Oberschleißheim: In Höhe des alten und betrieblich aufgegebenen Bahnhofs Oberschleißheim, der ungünstig zur Bebauung lag, passiert am 24.02.2005 294 778 mit neuen Autotransportwagen den Bahnübergang Schönleutnerstraße. Auch diese Übergabe kommt vom BMW-Anschluss in Garching-Hochbrück.
8   Ebenfalls am 24.02.2005 wurde an dieser Stelle die Übergabe aus Eching abgepasst. 294 270 führt Wagen für Stahlcoils aus dem Anschluss Preymesser in Eching sowie am Zugschluss Gaskesselwagen von Linde in Lohhof mit.

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9   10   Und so sieht der Abzweig des BMW-Anschlussgleises in Lohhof aus: Unmittelbar nach der Ausfädelung wird ein Wirtschaftsweg überquert, ehe das Gleis in einer tunnelähnlichen Unterführung die Bundesstraße 13 von München nach Ingolstadt unterquert. Am 19.01.2000 tastete sich 294 208 aus der Unterführung. Übrigens wurde dieser Anschluss noch kurz zuvor von einem mechanischen Gleissperrsignal gesichert, obwohl der Bahnhof eigentlich ein Dr-Stellwerk besaß!
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11   Das Anschlussgleis führt mehrere Kilometer parallel zur vierspurig ausgebauten B 13 und quert dabei mehrere Nebenstraßen. Am 04.09.2008 ist V 1405.03 der "Rent-a-Rail" im Auftrag der Spedition ARS Altmann damit beschäftigt, fabrikneue BMW aus Garching-Hochbrück abzuholen. In Höhe des Bahnübergang Am Geflügelhof entstand das Bild.
12   13   Bevor sich das Gleis im BMW-Gelände in drei Stumpfgleise teilt, befindet sich im frei zugänglichen Bereich noch eine Umfahrmöglichkeit, auf der ebenfalls am 04.09.2008 die V 1405.03 beim Rangieren angetroffen wurde.
Tanklager Krailling Eine weitere Möglichkeit, Übergabe-Verkehr zu beobachten, ist die 2,8 Kilometer lange Anschlussbahn vom Bahnhof München-Freiham zum unterirdischen Tanklager bei Krailling. Nachdem die Benzinlagerung durch die IVG dort aufgegeben wurde, bleibt noch die Bedienung eines Gashändlers, der ebenfalls auf dem riesigen Gelände ansässig ist. Zwei- bis dreimal in der Woche fährt DB Schenker dorthin; die IVG-eigene Diesellok ist bereits seit mehreren Jahren an einen anderen Standort verlegt worden.
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14   Unmittelbar nach dem Abzweig in Freiham befindet sich eine dreigleisige Übergabe-Anlage. 363 661 hat am 28.10.2009 mit den üblichen zwei Gaskesselwagen diese Stelle erreicht. Im Hintergrund sind die Fahrleitungen der Strecke München-Pasing - Herrsching zu sehen.
15   Dagegen ist 363 155 am 24.06.2009 schon wieder auf dem Rückweg. Gerade hat sie den "Baumtunnel" in Höhe der Germeringer Hartstraße passiert.
16   Die gesamte Anschlussbahn ist im Sommer ziemlich zugewachsen und so muss sich am 24.06.2009 die 363 155 ihren Weg durch hohes Gras bahnen, um die Kesselwagen ins Tanklager-Gelände zuzustellen.
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17   Wenige Meter vor dem Werkgelände wird die Autobahn 96 von München nach Lindau überquert. 363 661 ist am 28.10.2009 auf dem Rückweg nach München und wird von buntem Herbstlaub umrahmt.
18   Auf dem kurzen Stück zwischen Werkstor und Autobahnbrücke wurde am 05.08.2009 die 363 155 abgepasst. Die hier querende "Neue Gautinger Straße" wird signalgesichert passiert, nachdem der Lokführer die Anlage zuvor per Schalter manuell eingeschaltet hat. Um das Schließen des Werkstores muss er sich dagegen keine Gedanken machen, das erledigt der Wachdienst, der extra mit dem Pkw innerhalb des weiträumigen Areals anfährt.
19   Nichts geht mehr: Hinter dem Tor liegt bereits eine viergleisige Rangiergruppe, an der sich auch eine Gleiswaage befindet. Ab 2010 sollte hier wieder mehr Betrieb herrschen, da die tschechische Regierung einen Teil ihrer Erdölreserven im Tanklager bunkern will.
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20   Am 06.03.2015 wurde der Anschlussbahn ein Besuch abgestattet und dabei die Rückfahrt der 294 701 vom Gashandel nach München beobachtet. Mit drei Kesselwagen erreicht die Lok gerade die dreigleisige Übergabegruppe bei Germering-Harthaus.
2 Eine vorausfahrende S-Bahn ermöglichte es, den Güterzug bei der Ausfahrt von München-Neuaubing erneut aufzunehmen. Die stillgelegten Gleisanlagen im Vordergrund gehören zur ehemaligen Zufahrt des Ausbesserungswerks Neuaubing.
22 NEU  Am 20.07.2016 erreicht 294 575 mit drei Gaskesselwagen Germering-Harthaus. Vor der Weiterfahrt muss der Lokrangierführer noch Steine aus den Weichenzungen entfernen und eine verstellte Weiche in die richtige Lage bringen.
Östlich von München Feldkirchen bei München weckt bei Dampflok-Liebhabern ungute Erinnerungen: Dutzende von Loks wurden hier in den 1960er Jahren verschrottet. Diese Zeiten sind vorbei, neben der S-Bahn und den Zügen von und nach Mühldorf sorgt hier noch ein Tanklager der OMV für Betrieb. Aufgrund der ungünstigen Gleisanlage müssen die Kesselwagenzüge schon im DB-Bahnhof in Gruppen zerlegt und auf die verschiedenen Stumpfgleise im Anschluss verteilt werden. Daher ist in Feldkirchen noch eine V 60 stationiert, die bei Bedarf auch einen Schrotthändler im benachbarten Heimstetten und sehr selten auch den Landhandel in Feldkirchen bedient.
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20   21   Am 12.09.2008 war 363 180 im strömenden Regen gerade mit ihrem Rangiergeschäft in Feldkirchen fertig und rollte wieder auf ihren Stammplatz am Empfangsgebäude.
22   Am Bahnhof München-Riem liegt das Containerterminal. Neben vielen Ganzzügen werden gelegentlich auch einzelne Wagen oder Wagengruppen hier an- und abgefahren. Am 16.12.2009 beschleunigt 294 867 mit drei Wagen in Fahrtrichtung stadteinwärts.
In der Stadt und südlich von München Viele Übergaben sind nicht mehr geblieben: In Richtung Augsburg, Ingolstadt, Rosenheim, Garmisch-Partenkirchen und Kempten gibt es diese Züge nicht mehr. Südlich von München sind 2015 noch eine nächtliche Fahrt nach Bad Tölz sowie die Tour nach Wolfratshausen und Geretsried geblieben.
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23   Nicht unbedingt eine Übergabe stellt der Ganzzug aus vierachsigen Hochbordwagen dar, den 294 766 am 16.12.2009 über den Münchner Südring zum Heimeranplatz zieht. Derartige Güterzüge verkehren innerhalb der bayrischen Landeshauptstadt täglich eine ganze Reihe und zum Teil auch, um die verbliebenen Güterkunden zu bedienen.
24   Bis ins Voralpenland wagen sich Übergaben, die von München aus Wolfratshausen und Geretsried bedienen. Auf der Rückfahrt vom Chemiewerk in Geretsried passiert 294 849 mit FZ 56361 am 06.08.2008 die Kirche von Baierbrunn.

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