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Feldbahnmaterial des Eisenwerks Weserhütte, Bad Oeynhausen
 

Die Weserhütte bot Feldbahnmaterial wie Gleise und Weichen sowie Feldbahnloren verschiedenster Bauart an. Damit konnte Kunden beispielsweise für Ziegeleien nicht nur die benötigten Bagger für den Tonabbau und die Ziegelform- und Pressmaschinen aus eigener Fertigung angeboten werden, sondern auch das Transportmittel zwischen Abbau-Grube und Ziegelei. Nicht viel anders verhielt es sich in Steinbrüchen, Sand- oder Kiesgruben, wo Feldbahnen bis weit in die 1960er Jahre einen erheblichen Anteil am Transport des gewonnenen Materials zu den Aufbereitungsanlagen inne hatten. Schließlich hatten auch die Bergwerke einen großen Bedarf an Grubenbahn-Ausstattung, seien es Schienen oder die berühmten Hunte gewesen. Auch diese Fahrzeuge lieferte die Weserhütte.

Bemerkenswerter Weise experimente das Unternehmen auf diesem Sektor auch und brachte so einmalige Syteme wie den Tatzelwurm zur Serienreife. Sie konnten sich am Markt allerdings nicht durchsetzen.

Die Darstellung hier zeigt Produkte der Zwischenkriegszeit bis Mitte der 1950er mit einem Schwerpunkt in den 1930er Jahren.

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Der Plattenbandzug von 1931
Im November 1931 stellte die Weserhütte in diesem Prospekt ihren neu entwickelten Plattenbandzu vor, einem elektrisch angetriebenem Zug, der zur kontinuierlichen Förderung von Rohstoffen gedacht war. Zumindest in einem Torfwerk wurde er auch getestet, da die Aufnahmen im Prospekt nicht im Werkgelände entstanden sind.
Nach dem Zweiten Weltkrieg griff die Weserhütte diese Idee erneut auf und brachte den Tatzelwurm auf den Markt. Weder der Plattenbandzug noch der Tatzelwurm haben eine weite Verbreitung gefunden.
 
 
Feldbahnprospekt vom Oktober 1933
Dieser Prospekt vom Oktober 1933 spart nicht mit Superlativen: Die "zweckmässigste und dauerhafteste Bauart" wird ebenso genannt wie die "vorzügliche Versteifung" und die "Unverwüstlichkeit" der Kippwiegen.
 
 
Schienen - Weichen - Kreuzungen - Drehscheiben
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1  Schienen verschiedener Bauart mitsamt Befestigungsmitteln. Die Illustration veranschaulicht die einfache Verlegung von 2m-Standard-Gleisjochen durch nur einen Mann und ohne weitere Hilfsmittel.
2  Weichen und Kreuzungen konnten wahlweise auf Stahl- oder Holzschwellen, mit oder ohne Umstelleinrichtung geliefert werden. Bei Bedarf konnten auch Schleppweichen für Radsätze mit beidseitigen Spurkränzen geliefert werden.
3  Schmiede- und gußeiserne Drehscheiben waren auf Kugeln oder Rollen drehbar. Ebenfalls wurden Flügelrad-Kletter-Drehscheiben zum Verlegen ohne Gleisunterbrechung angeboten.
 
Loren
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4  Holzkastenlore, die vor allem im Steinbruchbetrieb Verwendung fand.
5  Muldenkipper schwerer Bauart.
6  Die Weserhütte-Muldenkipper, wie die Kipploren genannt wurden, wurden 1933 wie folgt beschrieben: "In allen Einzelteilen erheblich verstärkt und verbessert. Die elektrisch geschweißte Ausführung gewährleistet eine bedeutende höhere Lebensdauer. Alle stark beanspruchten Teile sind aus Blech gepresst. Die aufgeschweißten Muldenecken geben der Mulde eine vorzügliche Versteifung. Die gepressten Kippwiegen sind unverwüstlich."
7  1950 erschien im Erich Schmid Verlag ein von Paul Roloff verfasstes Buch mit dem Titel "Feldbahnen". Darin findet sich auch diese Abbildung einer Weserhütte Kipplore mit Walzzeichen an der Mulde.
 
Transportwagen
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Transportwagen für verschiedene Einsatzzwecke, wie Waldbahnwagen für Stammholztransporte, Schnabelkipper, Holzimprägnierwagen oder Trockenkammerwagen für Möbelfabriken und Ziegeleien.
8  Etagenwagen für Ziegeleien, auch in der Landwirtschaft verwendbar.
9  Ziegeleietagenwagen mit festem oder drehbaren Oberteil.
 
Achsen, Radsätze und Kleinteile
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10  Einzelne Achsen und Radsätze. Daneben wurden Einzelteile wie Rollenlager, Schalenlager, Zug- und Stoßvorrichtungen und Bremsklötze angeboten, die auch mit anderen Feldbahnen kompatibel waren.
 
Die Abbildungen 1 bis 4, 6, 8 und 9 stammen aus einem Reprint des Kataloges "Weserhütte Georg Futter & Co." aus dem Jahr 2001, erschienen im Feld- und Schmalspurbahn-Verlag Karl Paskarb, Celle. Der PRospekt von 1933 stammt aus der Sammlung F. Pfeiffer.

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