HOME  I  NEWS  I  FELDBAHNEN  I  STELLWERKE  I  SCHRANKENPOSTEN  I  HENSCHEL  I  WERKLOKS  I  IMPRESSUM und KONTAKT 
 
Die 2. Generation: Der Nierentisch lässt grüßen (1954 - 1958)
 
1954 wurde die 2. Generation der Industrielokomotiven vorgestellt, die später als "Übergangsbaureihe" auf dem Weg zur standardisierten 3. Generation bezeichnet wurde. Interessanterweise sind einige dieser Loks aber schon 1952 gebaut worden!  Die nunmehr weitgehend mittig angeordneten Führerhäuser und die beidseitig abfallenden Aufbauten mit gerundeten Kanten gaben ihnen ein prägnantes Aussehen. Außerdem wurden die seitlichen Rahmenblenden zur Aufnahme der Trittstufen geschwungen nach unten gezogen. Angeboten wurden die Typen DH 240, DH 360, DH 390, DH 440 und DH 630, denen sich 1956 noch der Typ DH 500 als sogenannte Hüttenlok mit kurzem Achsstand und außenliegender Blindwelle sowie niedrigeren und kantigeren Vorbauten hinzu gesellte.
Die letzten fünf
DH 240 wiesen bereits weitere Merkmale der folgenden 3. Generation auf und werden inoffiziell als Übergangstyp bezeichnet.

In Summe können der 2. Generation 62 Lokomotiven zugeordnet werden.
Typ Achsfolge Leistung Anzahl Bauzeit Lieferung
DH 240 B 240 PS 14 1952 bis 1957 davon 13 in Deutschland und 1 ins Ausland verkauft
DH 240 Übergang B 240 PS 5 1957 davon 3 in Deutschland und 2 ins Ausland verkauft
DH 360 C 360 PS 14 1954 bis 1957 davon 13 in Deutschland und 1 ins Ausland verkauft
DH 390 C 390 PS 8 1954 bis 1957 davon 4 in Deutschland und 4 ins Ausland verkauft
DH 440 C 440 PS 6 1956 bis 1958 davon 3 in Deutschland und 3 ins Ausland verkauft
DH 500 C 500 PS 13 1956 bis 1957 alle in Deutschland verkauft
DH 630 D 630 PS 2 1956 beide ins Ausland verkauft

Erfreulicherweise blieben bei Museumsbahnen und Eisenbahnmuseen eine ganze Reihe Lokomotiven dieser Generation erhalten:
Sieben DH 240 (darunter drei der Übergangsbauart) finden sich bei den Eisenbahnfreunden Grenzland, der Nassauischen Touristikbahn, den Regensburger Straßenbahn-, Walhallabahn- und Eisenbahnfreunden sowie zwei bei der Hespertalbahn. In Österreich hat die ÖGEG zwei Loks der Übergangsbauart im Bestand. Eine weitere Lok blieb als Denkmal erhalten.
Sechs DH 360 sind ebenfalls noch vorhanden: Bei der Dampfzug-Betriebsgemeinschaft Hildesheim, den Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunden, den Eisenbahnfreunden Westerburg, den Eisenbahnen und Verkehrsbetrieben Elbe-Weser, dem Deutschen Werkbahn Museum und beim schwedischen Norsk Industriarbeidermuseum.
Auch die Hälfte der gebauten DH 440 existiert noch: einmal privat in Kappeln, eine im RIM in Köln und eine bei der Kandertalbahn.

Fotos und Lebensläufe weiterer ausgewählter Henschel-Lokomotiven finden sie außerdem unter diesen Links:
Henschel Industrieloks Teil 1
Henschel Industrieloks Teil 2

Hinweis: Die hier genannten Standorte geben wieder, wo die Lok zum Aufnahmezeitpunkt gewesen ist. Der jeweils letzte bekannte Standort bzw. Eigentümer ist im Text genannt.
 
Fabrik-Nr. 25483 / 1956
Typ DH 240
Bauart B-dh
Standort 52076 Aachen-Walheim
Eigner Eisenbahnfreunde Grenzland e.V.
Status verschrottet 202x
Diese Lok wurde am 26.01.1956 an die Stadtwerke Düsseldorf für das Kraftwerk Lausward ausgeliefert. Mit der Betriebsnummer "1" blieb sie bis Ende 2000 dort, dann erfolgte der Verkauf an den Händler NEWAG in Oberhausen. Schon 2002 konnte sie an einen privaten Besitzer im belgischen Raeren verkauft werden.
Im September 2011 wurde die Lok als Leihgabe den Eisenbahnfreunden Grenzland in Walheim zur Verfügung gestellt. Am 23.08.2013 war die Lok noch vorhanden, doch in den frühen 2020er Jahren wurde sie zur Gewinnung von Ersatzteilen für die Schwesterlok 29197 zerlegt.
Fabrik-Nr. 25484 / 1956
Typ DH 240
Bauart B-dh
Standort 38350 Helmstedt-Emmerstedt
Eigner Zabel Rohstoffhandel
Status verschrottet 2001
Ausgeliefert wurde diese Lok am 27.02.1956 an die Vereinigten Kaliwerke Salzdetfurth AG für das Werk Braunschweig-Lüneburg in Grasleben. Sie erhielt die Betriebsnummer "1". Am 01.01.1970 wurde sie gemeinsam mit dem Werk an die K+S Kali und Salz GmbH verkauft. Bis Mitte 1996 blieb sie dort im Einsatz und wurde anschließend an die Firma Zabel Rohstoffhandel in Helmstedt-Emmerstedt verkauft. Dort wurde sie Mitte 2001 verschrottet.
Die Bilder zeigen die Lok am 31.01.1994 in Grasleben im Einsatz sowie am 20.05.1998 abgestellt in Emmerstedt.
Fabrik-Nr. 26170 / 1957
Typ DH 500
Bauart C-dh
Standort 40221 Düsseldorf-Lausward
Eigner railtec GmbH
Status unbekannt
13 sogenannte "Hüttenloks" des Typs DH 500 baute Henschel 1956/57. Zu ihnen gehört diese am 11.12.1957 an die Kronprinz AG in Solingen-Ohligs ausgelieferte Maschine. Das Unternehmen wurde später als Mannesmann Kronprinz AG geführt. Im Jahr 2000 wurde die Lok an den Händler railtec in Haltern verkauft, der sie im Juli desselben Jahres an die Vinnolit GmbH in Köln-Merkenich vermitteln konnte. Als "Lok 3" blieb sie bis 2003 dort und wurde anschließend erneut von railtec übernommen.
Im Jahr 2004 verkaufte man die Maschine an den italienischen Lokhändler IPE Locomotori S.r.l. in Pradelle die Nogarole Rocca, der sie wiederum 2005 an das Bauunternehmen Ceprini Costruzioni in Orvieto verkaufen konnte. Dort war sie auch 2017 noch im Einsatz.
Das Foto zeigt die Lok am 24.05.2000 im Kraftwerk Lausward der Düsseldorfer Stadtwerke, die damals Untersuchungen an Werklokomotiven durchführten.
Fabrik-Nr. 26748 / 1956
Typ DH 440
Bauart C-dh
NVR Nummer 98 80 3604 003-4 D-RIM
Standort 50739 Köln
Eigner RIM - Rheinisches Industriebahn-Museum e. V.
Status betriebsfähige Museumslok
Die Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke AG (RWE) in Essen erhielt diese Maschine am 12.07.1956. Eingesetzt wurde sie im Kraftwerk Frimmersdorf mit der Nummer "2". 1961 wurde sie in das Umspannwerk Wesel-Obrighoven desselben Unternehmens versetzt und bekam dort die Nummer "1". Später kam sie zurück nach Frimmersdorf und wurde wieder mit der Nummer "2" eingesetzt.
1996 konnte das Rheinische Industriebahn-Museum e.V. (RIM) in Köln-Bildstöckchen die Lok übernehmen. Seitdem gehört sie dort zum Museumsbestand.
Am 14.08.2010 wurde sie im Museumsgelände aufgenommen. (Lizenz: MPW57 - CC BY 3.0)
Fabrik-Nr. 26749 / 1956
Typ DH 440
Bauart C-dh
Standort 24376 Kappeln
Eigner Privat
Status rollfähige Museumslok
Die bereits 1956 gebaute Lok wurde am 09.08.1957 leihweise der Dänischen Staatsbahn (DSB) übergeben, da man auf einen größeren Auftrag hoffte. Sie erhielt die Betriebsnummer "DH 440". Nach einem Jahr übernahm die DSB die Lok tatsächlich, wobei die Betriebsnummer in "MH 203" geändert wurde.
Zu einer Serienbestellung kam es jedoch nicht, da die dänische Firma Frichs auf Basis der Henschel-Lok eine sehr ähnliche Konstruktion baute und diese von der DSB in größerer Stückzahl beschafft wurde.
In den 1990er Jahren wurde die Maschine zur A/S Amagerbanen in Kopenhagen abgegeben, von wo sie nach einigen Jahren zur Museumsbahn Struer Jernbaneklub (SJK) abgegeben wurde. 2003 übernahm das DSB-Museum die Lok, sie wurde ins Museum nach Randers überführt. 2006 bekam sie wieder die Nummer "DH 440".
2018 wurde die Lok an eine Privatperson verkauft und in Padborg abgestellt. Seit September 2025 hat sie einen neuen Stellplatz in Kappeln.
Das Foto wurde am 30.01.2020 in Padborg aufgenommen.
(Lizenz: Creative Commons 4.0 International)
Fabrik-Nr. 28638 / 1956
Typ DH 360
Bauart C-dh
Standort 27243 Harpstedt
Eigner Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde e.V.
Status abgestellte Museumslok
Diese Lok diente nach ihrer Fertigstellung 1956 als Vorführlok und wurde zunächst bei der Koniglich Niederl. Hoogovens & Staalfabriek in Ijmuiden mit der Nummer "50" getestet. Anschließend wurde sie 1957/1958 bei der Marburger Kreisbahn in Marburg an der Lahn eingesetzt und kam im Sommer 1958 in Dänemark bei der Danske Statsbaner (DSB) zum Einsatz.
Am 22.09.1958 konnte sie an die Delmenshorst-Harpstedter Eisenbahn GmbH (DHE) verkauft werden, wo sie die Nummer "V 273" erhielt. 1995 wurde sie von den Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunden e.V. übernommen, die sie in rollfähigem Zustand erhalten.
Am 09.06.2012 wurde sie in Harpstedt aufgenommen.
Fabrik-Nr. 28639 / 1956
Typ DH 360
Bauart C-dh
Standort Rjukan (Norwegen)
Eigner Norsk Industriarbeidermusem
Status abgestellte Museumslok
Am 13.03.1956 wurde diese Maschine an die Norsk hydro-elektrisk Kvælstofaktieselskab im norwegischen Oslo für das Werk in Eidanger-Herøya ausgeliefert. Sie erhielt die Betriebsnummer "6". Das Unternehmen wurde später zu Norsk Hydro ASA. 1962 erhielt die Lok die Nummer "18" und 1964 wurde sie ins Werk Porsgrunn-Herøya verlegt. Im August 1998 konnte die Stiftelsen Rjukanbanen die Lok übernehmen, aus der wiederum 2012 das Norsk Industriarbeidermuseum wurde.
Am 20.03.2025 konnte die Lok in der Werkstatt in Rjukan aufgenommen werden.
Fabrik-Nr. 28641 / 1956
Typ DH 360
Bauart C-dh
Standort 27404 Zeven
Eigner Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH
Status rollfähige Museumslok
Die Wilstedt-Zeven-Tostedter Eisenbahn GmbH (WZTE) mit Sitz in Zeven erhielt diese Lok am 25.06.1956 und setzte sie bis Mitte der 1970er Jahre ein, als der Verkauf an die Bremervörde-Osterholzer Eisenbahn GmbH (BOE) in Bremervörde erfolgte. Ihre Betriebsnummer wurde vom NLEA festgelegt und lautete die gesamte Zeit "274".
Am 31.08.1981 fusionierten die BOE und die WZTE zu den Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH.
Irgendwann in den 1990er Jahren wurde die Lok abgestellt. Als nicht betriebsfähiges Museumsstück blieb sie jedoch erhalten, wurde lange Zeit durch die Bremervörde-Osterholzer Eisenbahnfreunde betreut und ist auf diesen Bildern am 10.05.2025 bei einer Festveranstaltung in Gnarrenburg zu sehen.
Fabrik-Nr. 29196 / 1957
Typ DH 240
Bauart B-dh
Standort 42853 Remscheid
Eigner Mannesmann Hoesch Präzisrohr GmbH
Status unbekannt
Die Mannesmannröhren-Werke AG in Remscheid erhielten diese Lok am 23.01.1957. Mit der Nummer "2" blieb sie bis April 2000 dort im Einsatz, seit 1993 unter dem Firmennamen Mannesmann Hoesch Präzisrohr GmbH.
Nach dem Ausscheiden übernahm die Firma Pacton Eisenbahnservice + Spezialtransporte Kay Winkler aus Radevormwald als Händler die Lok und gab sie schon am 15.09.2000 an den Händler NEWAG GmbH & Co. KG in Oberhausen weiter.
NEWAG verkaufte die Lok am 10.10.2000 an die Kowloon Canton Railway in Hong Kong, wo sie für Bauzwecke genutzt wurde.
Später wurde sie an die Yeoh Tiong Lay SDN BHD Corporation in Malaysia verkauft und als "RLO 04" bezeichnet. Eingesetzt wurde sie beim Neubau der Express Rail Link in Kuala Lumpur. Am 01.05.2014 wurde sie letztmals gesichtet.
Fabrik-Nr. 29197 / 1957
Typ DH 240
Bauart B-dh
Standort 52076 Aachen-Walheim
Eigner Eisenbahnfreunde Grenzland e.V.
Status betriebsfähige Museumslok
Ausgeliefert am 23.01.1957 als Lok 3 an die Mannesmann Röhrenwerke AG in Remscheid blieb die Lok bis April 2000 diesem Standort treu. Anschließend wurde sie vom Händler Pacton erworben, der sie erst im Mai 2010 an einen Privatmann verkaufen konnte.
Seitdem ist die Maschine eine Leihgabe an die Eisenbahnfreunde Grenzland in Walheim, wo sie am 23.08.2013 aufgenommen wurde (linkes Bild). Die rechte Aufnahme zeigt die Maschine weitgehend fertig nach ihrer Aufarbeitung.
Fabrik-Nr. 29199 / 1957
Typ DH 240
Bauart B-dh
Standort 92224 Amberg
Eigner Regensburger Straßenbahn-, Walhallabahn- u. Eisenbahnfreunde e.V.e
Status abgestellte Museumslok
Die Südzucker AG beschaffte die Maschine für ihre Zuckerfabrik in Rain, wohin sie am 17.05.1957 als Lok "1" ausgeliefert wurde. Im Sommer 2002 erfolgte die Umsetzung in die Zuckerfabrik Regensburg. Obwohl dort modernere Loks vorhanden waren, wurde sie mit der Betriebsnummer "9" Einsatzlok in Regensburg.
2005 wurde die Zuckerfabrik stillgelegt und im Mai 2009, als die Abrissarbeiten schon im Gange waren, konnten die Regensburger Straßenbahn-, Walhallabahn- und Eisenbahnfreunde e.V. die gut erhaltene Lok übernehmen.
Als der Standort in Regensburg geräumt werden musste, gelangte die Lok am 20.11.2024 nach Amberg wo sie im historischen Betriebswerk des Vereins OIL-M ausgestellt werden konnte.
Die Fotos wurden am 28.07.2010 in Regensburg aufgenommen.
Fabrik-Nr. 29201 / 1957
Typ DH 240
Bauart B-dh
Standort 45242 Essen
Eigner Hespertalbahn e.V.
Status abgestellte Museumslok
Die Mannesmann Hüttenwerke AG in Duisburg-Huckingen waren am 31.05.1957 Empfänger dieser Lok, die im Werk Grillo Funke in Gelsenkirchen-Schalke mit der Nummer "2" zum Einsatz kam. 1959 wurde das Unternehmen in Mannesmann AG umfirmiert; 10 Jahre später wurde die Lok ins Werk der Mannesmannröhren-Werke AG nach Duisburg-Großenbaum abgegeben, wo sie die Nummer "12" erhielt.
Am 01.07.1992 wurde der Eisenbahnbetrieb dort von Eisenbahn und Häfen GmbH (EH) übernommen, was der Lok kurzzeitig die Nummer "259" bescherte. Am 01.10.1992 wurde sie wegen fehlender Funkfernsteuerung abgestellt und 1993 vom Verein zur Erhaltung der Hespertalbahn e.V. in Essen-Kupferdreh übernommen. Sie erhielt die Nummer "V 9". Der Verein benannte sich am 30.03.2008 in Hespertalbahn e.V. um.
Die Lok war lange im Museumseinsatz zu sehen, wurde aber nach 2015 abgestellt und ist seitdem nur noch "kalt" zu bewundern. Das Foto wurde am 20.04.2011 in Bochum-Dahlhausen aufgenommen.
Das Bild ist unter CC BY 3.0 Deed | Attribution 3.0 Unported | Creative Commons lizenziert.
Fabrik-Nr. 29573 / 1957
Typ DH 240
Bauart B-dh
Standort AT Ampflwang
Eigner Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V.
Status abgestellte Museumslok, Erhalt nicht gesichert
Henschel lieferte die gezeigte Lok im Juli 1957 an die Böhler-Werke im österreichischen Kapfenberg, wo sie die Nummer "3" erhielt. Sie gehört zur inoffiziell so genannten Übergangsbauart von der 2. zur 3. Generation. Von Kapfenberg gelangte sie 1996 in die Sammlung des Eisenbahnmuseums Ampflwang der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG), wo sie 1999 und auch am 31.07.2013 abgestellt vorgefunden wurde. Mittlerweile kommt der blaue Originallack wieder zum Vorschein.
TOP  |  Kontakt  I  © 2009-2026 by entlang-der-gleise  I  letzte Änderung: 26.07.2026