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  Das niederländische Feldbahnmuseum ISM in Erica
  Het Industrieel Smalspoor Museum



Keimzelle des 1984 gegründeten Feldbahnmuseums war das ein Jahr zuvor stillgelegte Torfstreuwerk der Firma Griendtsveen. Diese Firma förderte Torf aus dem an der niederländisch-deutschen Grenze liegenden Bourtanger Moor und betrieb lange Zeit auch eine 11 Kilometer lange grenzüberschreitende Feldbahnstrecke zwischen dem Werk in Erica (Provinz Drenthe) und dem deutschen Schöninghsdorf. Verlegt waren Gleise in 900 mm Spurweite, während in den Niederlanden sonst überwiegend 700 mm Feldbahnstrecken gebaut wurden.
Das ISM vergrößerte in den darauf folgenden Jahren nicht nur seinen Lok- und Wagenbestand erheblich, sondern konnte auch das Museumsgelände erweitern. 2005 wurde das nach modernen Gesichtspunkten errichtete Museumsgebäude in Betrieb genommen. Hier befinden sich Werkstätten, Sozialräume, Bistro, Kasse und ein kleiner Ausstellungsbereich.
Die Rundstrecke in 900 mm Spurweite führt von hier durch ein erhaltenes Stück Moorgebiet, umrundet dabei einen Moorsee und passiert auch das alte Torfwerkgelände, ehe zurück zum Museumsgebäude gefahren wird. Bei mehreren Zwischenstopps erfahren die Fahrgäste auf der mehr als einstündigen Rundfahrt Wissenswertes zum Torfabbau und dessen Verarbeitung, zur Geschichte des Torfwerks und zum Museum und dessen Fahrzeugen. Die Maschinen im Torfwerk sind erhalten geblieben und werden den Besuchern vorgeführt.
Zusätzlich zu den 900 mm Gleisen sind auch Gleisanlagen in der früher in den Niederlanden weit verbreiteten 700 mm Spur sowie in 600 mm Spur vorhanden.

Besucht wurde das Museum am 09.05.2013. Dabei wurde das fotografische Augenmerk auf Lokomotiven gelegt, von denen aber nur ein kleiner Teil tatsächlich fotografiert wurde. Neben der oben beschriebenen Rundfahrt mit Erläuterungen in holländischer Sprache waren die Vereinsmitlgieder sogar so freundlich, im Vorfeld einen deutsch sprechenden Kollegen für Fragen zur Verfügung zu stellen. Auch dafür gebührt dem Verein mein Dank!

 Links  
Die Homepage des Vereins informiert über Öffnungszeiten, Veranstaltungen und vieles mehr:
http://www.smalspoorcentrum.nl/index.html
De Nederlandse Museummaterieel Database informiert auch über die Loks im ISM: http://nmld.locaalspoor.nl

 Adresse  
Industrieel Smalspoor Museum, Griendtsveenstraat 140, 7887 TK Erica, Niederlande

 Hinweise  
Die genauen Lebensläufe eines Teils der hier gezeigten Lokomotiven sind in den Herstellergallerien zu finden, ein Link führt zu den entsprechenden Seiten.
Bei der Fülle der erfassten Daten kann es zu Ungenauigkeiten kommen. Wenn Sie Fehler entdecken, freue ich mich über Ihren Korrekturhinweis.

Die Bilder 2 bis 30 können durch Anklicken vergrößert werden.
 
1  Bauzug vor dem Museumsgebäude: Lok 15 ist die O&K 25956 von 1960, eine Lok vom Typ MV0a. Sie wurde 1994 von der Pfleiderer Holz- und Betonindustrie in Neumarkt übernommen und von 1000 auf 900 mm umgespurt. Aus der Zeit bei Pfleiderer stammen die massiven Schutzbügel, die verhinderten, dass neu gefertigte Beton-Fahrleitungsmasten auf Transportwagen die Lok beschädigten.
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2  Am Eingang des Museums begrüßt die Jung 6508/1936 die Besucher. Die Lok vom Typ EL105 steht auf 600 mm Radsätzen und war noch 1985 beim Torfwerk Veldkamp in Schoonebeek im Einsatz. 2009/2010 wurde sie aufgearbeitet und erhielt die Betriebsnummer 81.
3  Immerhin drei der mehr als 80 Lokomotiven des Museums sind hier zu sehen. Die Reihe wird angeführt von der O&K 25346/1954, einer MD1. Dahinter steht die Diema 1835/1955 vom Typ DS 14 und hinten ist noch die Simplex 20025 von 1953 zu erkennen. Alle drei Loks fahren auf 700 mm Gleisen.
4  Für die Rundfahrten stehen mehrere Personenwagen zur Verfügung. Hier wartet ein Zug mit
Diema 2509 am Bahnsteig auf die nächste Tour.
5  Bullig wirkt die O&K
O&K 25956 mit ihrer Schutzausrüstung. Beim ISM erhielt sie den Namen "ISM-Cargo".
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6  7  8  Zwei Diema DL6 mit 700 mm Spurweite stehen an der straßenzugewandten Seite des Museumsgebäudes. Es handelt sich bei der dunkelgrünen Maschine um die 2010 von 1957, die im Oktober 1985 zum Museum kam und die Betriebsnummer 21 trägt. Die hellgrüne Lok mit der Fabriknummer 1997 wurde dagegen 1956 gebaut, trägt die Nummer 64 und ist seit dem Juni 1993 im Bestand des ISM.
9  Im weitläufigen Museumsgelände sind unterschiedlichste Fahrzeuge verstreut. Hier steht ohne Zugang zum Gleisnetz die 1952 gebaute
Diema 1528, eine DS 16 für 600 mm Spurweite. Sie trägt die Betriebsnummer 41.
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10  Nicht bei allen Loks ist die genaue Identität bekannt. Diese DS 14 mit 700 mm Spurweite soll zwar 1957 gebaut worden sein; eine Fabriknummer ist jedoch nicht vorhanden. Am 09.05.2013 konnten Kinder in Begleitung eines Museumsmitarbeiters hier erste Versuche als Feldbahnlokführer anstellen.
11  Wer nicht selber fahren wollte, konnte an den Rundfahrten durch das weitläufige Gelände teilnehmen. Zuglok war unter anderem die
Diema DS 28 2509/1962, die als Lok 11 nummeriert ist. Sie fährt auf 900 mm Spurweite.
12  Die
Diema 1913/1956 ist eine DS 30, die auf 700 mm Spurweite fährt und als Lok 36 seit 1988 beim Museum zu Hause ist.
13  Dagegen ist die
Diema 1835/1955 eine DS 14, die früher auf 800 mm Gleisen unterwegs war und schon bevor sie zum ISM kam, auf 700 mm umgespurt wurde.
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14  15  Waren bisher nur Lokomotiven deutscher Hersteller Thema, sollen nun auch einige Exemplare anderer Fabrikanten gezeigt werden. Als Lok 31 ist eine Ruston-Hornsby von 1954 im Bestand. Die Lok mit der Fabriknummer 371932 ist vom Typ LBT und fährt auf 700 mm Gleisen.
16  "Knuffig" wirkt die in den 1930er Jahren im belgischen Waremme gebaute Moes, deren genaue Daten leider nicht bekannt sind. Auch sie fährt auf 700 mm Gleisen und ist als Lok 55 eingereiht.
17  Eine weitere Lok mit Fabrikschild von Moes wirkt deutlich moderner, hat aber eine bewegte und nicht komplett nachvollziehbare Geschichte. Ursprung der Lok ist eine Windhoff vom Typ LS13sIII oder LS18sIII, die später mit Technik von Moes umgebaut wurde. Beim ISM fährt sie auf 700 mm Spurweite.
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18  Zurück zum großen Diema-Lokbestand. Lok 82 ist eine 1955 gebaute DS 14, die aufgrund ihrer Spurweite von 800 mm beim ISM nicht eingesetzt werden kann. Daher ist sie als Denkmal aufgestellt.
19  Lok 77 ist die
O&K 25346 von 1954, eine Maschine vom Typ MD1. Wie die meisten Loks beim ISM fährt sie auf der in den Niederlanden einst weitverbreiteten Spurweite von 700 mm.
20  Unverkennbar aus dem Bestand des deutschen Torfunternehmens Klasmann-Deilmann stammt die große
Diema 1252 von 1948. Die DS 40 mit der Betriebsnummer 105 war bis 1999 mit der Nummer 10/6319 in Groß Hesepe unterwegs und fährt auf 900 mm.
21  Einige Jahre älter und als DS 30 auch von einer anderen Bauart ist die
Diema 981 von 1939. Heute als Lok 106 bezeichnet stammt auch sie aus dem Bestand des Torfwerks Klasmann-Deilmann in Groß Hesepe, wo sie bis 1999 als Lok 18 im Einsatz stand.
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22  23  Als Dampflok getarnt ist diese Diema DS 12, die als Lok 78 eingereiht ist und auf 700 mm Gleis fährt.
24  Natürlich erhält das ISM auch Deutz-Lokomotiven. Die beiden hier gezeigten sind allerdings nicht aufgearbeitet und machen einen mitgenommenen Eindruck. Lok 39 ist die
11550/1933 und gehört zum Typ OMZ122F. Sie hat eine Spurweite von 900 mm und dient seit Jahren als Stütze für das Parkplatz-Schild.
25  Dagegen ist Lok 50 eine OMZ117F. Gebaut 1940 mit der Fabriknummer
33424 fährt sie auf 600 mm Gleisen und ist schon seit 1990 beim ISM vorhanden.
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26  Im sehr gelungenem Museumsgebäude befinden sich Werkstätten, Sozialräume, Kasse, Bistro und eine kleine Ausstellungsfläche. Dort steht unter anderem die Jung 5700/1934, die zur Bauart EL105 gehört und als Lok 27 bezeichnet ist. Die immer in den Niederlanden eingesetzte Lok wurde 2009/2010 restauriert.
27  Ungewöhnlich wirkt das Erscheinungsbild dieser Lok der Firma Simplex. Sie wurde 1953 mit der Fabriknummer 2025 gebaut, trägt die Betriebsnummer 59 und fährt auf 700 mm Spurweite.
28  Vorhanden sind natürlich auch mehrere im holländischen Delft gebaute Spoorijzer Loks. Hier ist die 178/1957 zu sehen, die dem Typ RT8 zugehörig ist. Als Lok 23 befindet sie sich seit 1987 in Erica.
29  Ebenfalls von Spoorijzer ist diese RT11 mit der Nummer 30, deren genaue Daten leider nicht bekannt sind. Sie besitzt noch das orignale Kühlergitter an der Front und hat 700 mm Radsätze.
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30  Arbeit hat Industrieel Smalspoor Museum noch genug. Beispielsweise wartet diese englische Whitcomb-Lok auf ihre Wiederinbetriebnahme. Sie wurde 1945 mit der Fabriknummer 40320 gebaut und hat die Typenbezeichnung 5DM19B. Beim ISM ist die auf 700 mm Gleisen stehende Lok als 28 eingereiht.
31  Sieht aus wie eine Deutz, ist aber Spoorijzer: Der holländische Hersteller baute Deutz-Typen in Lizenz, darunter auch diese OMD117F mit der Betriebsnummer 40 und 700 mm Spurweite, deren exakte Daten leider nicht bekannt sind.
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